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Die Zukunft der Personalabteilung: Fachkräftemangel und die Entwicklung zum Transformationspartner dominieren die Agenda der Personalverantwortlichen

  • Germany

    24-05-2017

    • „HR 2020“ von Eversheds Sutherland untersucht aktuelle Trends in Personalabteilungen von Unternehmen
    • Für 72 Prozent steht der Einsatz digitaler Technologien bei Effizienzverbesserungen an oberster Stelle – anders als in Asien sind deutsche Personalentscheider aber noch zurückhaltend bei der Automatisierung von Prozessen
    • Zweidrittel der deutschen Personalabteilungen priorisieren eine stärkere Ausrichtung der Personalfunktion auf Führungskräfte und den Vorstand
    • Arbeit 4.0: Mit der Digitalisierung rücken Weiterbildung und Talentmanagement in den Fokus
    • Fachkräftemangel und „War for Talents“ anhaltende Makro-Trends, demografischer Wandel besonders in Deutschland wichtige Herausforderung

    Der Fachkräftemangel und die Suche nach qualifiziertem Personal („War for Talents“) sind die bestimmenden Trends, von denen Personalabteilungen erwarten, dass sie in den kommenden Jahren die größten Auswirkungen auf ihre Arbeit im Unternehmen haben werden. Dabei werden die Anforderungen bei der Personalsuche und -entwicklung maßgeblich von der zunehmenden Digitalisierung beeinflusst. So wollen 72 Prozent der Personalverantwortlichen zur Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit verstärkt neue Technologien einsetzen, 66 Prozent setzen auf eine Automatisierung von Prozessen.

    Auch die Arbeit der Personalabteilungen selbst verändert sich: Sie sehen die Digitalisierung weniger als Bedrohung, vielmehr wollen die HR-Fachabteilungen auf den Wandel aktiv reagieren. 59 Prozent der Befragten setzen auf eine engere Zusammenarbeit mit anderen Funktionen im Unternehmen, Kostenreduktion ist nur für 43 Prozent ein Thema. Bei der Weiterentwicklung der eigenen Rolle im Unternehmen setzen die Personalabteilungen weiterhin auf eine stärkere Verzahnung mit anderen Unternehmensfunktionen, wie beispielsweise der Rechtsabteilung, und sehen in der Ausrichtung an den Führungskräften und dem Vorstand eine Möglichkeit, sich als Business Partner stärker in die Unternehmensentwicklung einzubringen.

    Das sind Ergebnisse einer Studie der internationalen Wirtschaftskanzlei Eversheds Sutherland unter 126 Personalentscheidern aus Unternehmen in Europa und Asien.

    „Unternehmen haben heutzutage eine Vielzahl an Herausforderungen zu lösen, um in Zeiten des Wandels die Suche nach qualifiziertem Personal für sich zu entscheiden“, lautet der Befund von Frank Achilles, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Partner bei Eversheds Sutherland in München. „Angesichts der digitalen Umgestaltung der Unternehmen und Strukturen ist es wichtig, die Mitarbeiter zu motivieren und sie für neue Funktionen und Abläufe nicht nur zu begeistern sondern auch fortzubilden. Denn nur mit fähigem Personal kann der digitale Wandel im Unternehmen erfolgreich gelingen.“

    Die Studie „Navigating the future: HR 2020“, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Winmark durchgeführt wurde, baut auf den Ergebnissen der ersten Ausgabe von 2015 auf. Sie untersucht und vergleicht die Veränderungen am Arbeitsmarkt und die aktuellen strategischen Herausforderungen, die Personalverantwortliche bis 2020 und darüber hinaus erwarten. In diesem Jahr haben mehr als 126 Personalverantwortliche aus Europa (davon 29 aus Deutschland), Großbritannien und dem asiatisch-pazifischen Raum an der Umfrage teilgenommen.

    Arbeit 4.0: Der Einzug von Technologie verändert die Personalarbeit

    Technologie und Innovation haben zweifelsohne die Art und Weise verändert, wie Unternehmen arbeiten, in globale Märkte expandieren und die Qualität und Effizienz ihres Tagesgeschäfts gesteigert haben. Alle 126 Befragten der Studie sind sich dabei einig, dass mobile Technologien in den nächsten fünf Jahren den größten Einfluss auf den Arbeitsalltag der Zukunft und dessen Flexibilisierung haben werden. 61 Prozent der Befragten in Europa sehen den 3D-Druck als diejenige Technologie mit den tiefgreifendsten Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, gefolgt von Robotik, die 52 Prozent der Befragten als zukunftsweisend sehen. Demgegenüber werden mobile Technologien in Großbritannien (91 Prozent) und Online-Bewerbungsverfahren im asiatisch-pazifischen Raum (75 Prozent) als Technologietreiber für die Personalarbeit der Zukunft angesehen, gefolgt von Automatisierung.

    Regionale Unterschiede bei Zeitarbeit und Mitarbeiterentsendungen

    Zwischen den Regionen setzen Personalabteilungen in ihrer aktuellen Arbeit unterschiedliche Akzente, etwa beim Thema Equal Pay: Anders als bei den Kollegen in Asien spielt dies bei immerhin einem Drittel der Befragten in Europa eine Rolle. Hier spiegeln sich die Änderungen im Rahmen der Novellierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) wider, das zum 1. April 2017 in Kraft getreten ist. Ein ähnliches Bild bei Mitarbeiterentsendungen ins Ausland: Hier sehen 63 Prozent der Befragten aus Asien einen wichtigen Trend, gefolgt von 52 Prozent unter den kontinentaleuropäischen Studienteilnehmern. Anders ist das Bild in Großbritannien, wo lediglich 24 Prozent der Befragten in den kommenden Jahren in internationalen Mitarbeitereinsätzen einen wichtigen Trend in der Personalarbeit sehen.

    Die Studienergebnisse zeigen außerdem interessante Erkenntnisse zum Thema Sozialleistungen, insbesondere der Altersvorsorge für global mobile Mitarbeiter, die zunehmend zur Realität des modernen Arbeitsalltags gehören. Während Unternehmen mit global mobilen Mitarbeitern grundsätzlich über verschiedene Altersvorsorgemodelle verfügen, bieten 20 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern keine Möglichkeit des Vorsorgesparens. Dies hat in zweierlei Hinsicht negative Auswirkungen, da es sowohl den Mitarbeitern als auch dem Unternehmen in seiner Attraktivität gegenüber zukünftigen Arbeitnehmern schadet.

    In der Zukunft könnten Arbeitgeber ohne wettbewerbsfähige betriebliche Altersvorsorgemodelle daher vor das Problem gestellt werden, dass seine Arbeitnehmer sich eine Pensionierung schlichtweg finanziell nicht leisten können. Dies würde wiederum negative Folgewirkungen für die Unternehmensnachfolge bedeuten.

    Die Personalabteilung als Transformationspartner für die Unternehmensführung

    Auch bei konkreten Maßnahmen, um die Effizienz der Arbeitsweise in Unternehmen zu steigern, zeigen sich regionale Differenzen unter den Befragten. Personalverantwortliche in Europa sehen eine engere Zusammenarbeit mit Führungsverantwortlichen und dem Vorstand (68 Prozent) als auch die Unterstützung durch externe Berater (39 Prozent) als bevorzugte Maßnahme, die Unternehmensaufgaben bestmöglich zu unterstützen. HR Teams in Großbritannien setzen dagegen primär auf die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen im Unternehmen (63 Prozent) und strategische Partnerschaften (60 Prozent). Im asiatisch-pazifischen Raum wird die Zentralisierung und Automatisierung von HR-Aktivitäten (jeweils 75 Prozent) priorisiert. Alle drei Regionen sind sich jedoch darin einig, dass die Anwendung neuer Technologien die wichtigste Priorität für die Arbeitswelt der Zukunft darstellt.

    Martin Warren, Leiter der internationalen Praxisgruppe Arbeitsrecht bei Eversheds Sutherland und Initiator der Studie, kommentiert:

    „Organisationen werden in unser schnelllebigen Arbeitswelt zukünftig nur fortbestehen können, wenn sie dem Wandel standhalten. Die Personalabteilung beeinflusst dabei unmittelbar durch die Art und Weise wie ein Unternehmen seine Personalplanung wettbewerbsfähig aufsetzt, qualifiziertes Personal einstellt und bindet und zeitgleich die richtigen Technologien zielführend einsetzt diesen Wandel.“

    www.hr2020report.com

    „HR 2020“ ist Teil der von Eversheds Sutherland regelmäßig erscheinenden Studien, die über Jurisdiktionen und Ländergrenzen hinweg rechtlich interessante Themen und Trends analysieren. So erschien zuletzt die Studie „Raising the bar – Digital technology and the enhancement of legal services“ mit einer Umfrage unter Unternehmensjuristen zur Digitalisierung in den Rechtsabteilungen, die Studie „Human Rights at Work 2016“ zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, sowie die Anti-Korruptionsstudie „Beneath the surface – The business response to bribery and corruption 2016“.

    Disclaimer

    Diese Informationen dienen lediglich der Orientierung und stellen keinen Ersatz für eine Rechtsberatung dar. Unsere vollständigen Nutzungsbedingungen finden Sie auf unserer Webseite.

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