Global menu

Our global pages

Close

Deutschland - Corona und Versicherungsschutz für Betriebsunterbrechung und –schließung?

  • Germany
  • Insurance and reinsurance

19-03-2020

Die aktuelle Corona-Krise ist sicherlich in allererster Linie eine große Herausforderung für die Aufrechterhaltung der Volksgesundheit. Allerdings stellt die Corona-Krise auch die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Die für den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung erforderlichen Maßnahmen beeinträchtigen die Wirtschaft negativ. Zahlreiche Messen wurden abgesagt, Flüge wurden gestrichen, Zulieferbetriebe können nicht liefern, Unternehmen arbeiten aufgrund zahlreicher Vorsichtsmaßnahmen weniger effektiv oder müssen ggfs. sogar vorübergehend ganz geschlossen werden. Vermögensschäden sind unvermeidbar. Bei Versicherungsnehmern kommt die Frage auf, ob diese Vermögensschäden versichert sind oder zukünftig versichert sein können.

Betriebsbeeinträchtigungen sind typischerweise in Betriebsunterbrechungsversicherungen versichert. Eine individuelle Prüfung der Betriebsunterbrechungsversicherungsverträge des jeweils betroffenen Unternehmens macht deshalb Sinn. In den meisten bekannten Standardversicherungsverträgen werden die Vermögensschäden der Unternehmen eher nicht versichert sein, außer dort wäre auch die reine Betriebsschließung versichert.

Bereits in der Vergangenheit gab es Situationen, die den Wunsch der Unternehmen nach Versicherungsschutz für globale Epidemien und ähnliche Krisen hervorbrachte. So führte der Ausbruch des isländischen Vulkans in 2010 (Eyjafjallajökull) weltweit zum Erliegen des Flugverkehrs mit entsprechenden negativen Beeinträchtigungen der Weltwirtschaft. SARS, EHEC, Vogelgrippe etc. blieben ebenfalls nicht regional begrenzt und verursachten Vermögensschäden. In der Regel bestand für diese Ereignisse und die daraus folgenden Beeinträchtigungen der Betriebe aber noch kein Versicherungsschutz. Regelmäßig erfordern Betriebsunterbrechungsversicherungen nämlich für den Eintritt eines Versicherungsfalls einen Sachschaden. Ein solcher Sachschaden liegt aber regelmäßig nicht vor, wenn ein versichertes Unternehmen Vermögensschäden durch einen Virus oder durch Fernwirkungen eines Vulkanausbruchs erleidet. Die Versicherer können fast immer berechtigt den Versicherungsanspruch des beeinträchtigten Unternehmens zurückweisen, da kein Sachschaden die Unterbrechung oder Beeinträchtigung verursachte.

Allerdings haben zahlreiche versicherte Unternehmen nach der Erfahrung des Vulkanausbruchs 2010 intensive Gespräche mit ihren Versicherern über den zukünftigen Versicherungsschutz wegen Betriebsunterbrechungen geführt, ohne dass ein Sachschaden die Beeinträchtigung herbeiführt. Dieser Versicherungsschutz ist nicht bei jedem Versicherer und auch nicht für jedes Unternehmen erhältlich. Natürlich ist solcher Versicherungsschutz auch wesentlich teurer als der standardmäßige sachschadenabhängige Versicherungsschutz. Sofern ein Unternehmen seine Betriebsunterbrechungsversicherung bereits vor der Corona-Krise – sachschadenunabhängig - umgestellt hat, war die höhere Versicherungsprämie im Anblick der aktuellen Situation wahrscheinlich eine gute Investition in die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens.

Bezüglich der Corona-Krise gilt es, die aktuellen Versicherungsverträge darauf zu prüfen, ob diese nicht doch eine sachschadenunabhängige Komponente enthalten. Ggfs. bestehen bereits jetzt Versicherungsansprüche wegen der aktuellen wirtschaftlichen Beeinträchtigungen. Für die Zukunft werden die versicherten Unternehmen eine Risikoabwägung vornehmen müssen. Wie wahrscheinlich ist es, dass sich Situationen wie derzeit wiederholen? Sind sachschadenunabhängige Vermögensschäden für das jeweilige Unternehmen überhaupt versicherbar? Wenn ja, wie hoch sind die Versicherungsprämien für diesen verbesserten Versicherungsschutz? Macht es Sinn, diesen Versicherungsschutz für die Zukunft einzukaufen?

Gerne sind wir bereit, Ihren aktuellen Versicherungsschutz zu prüfen und Sie beim Einkauf eines zukünftigen Versicherungsschutzes zu beraten.

For more information contact

< Go back

Print Friendly and PDF
Subscribe to e-briefings