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Finanzielle Hilfen für Unternehmen in der Corona-Krise

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24-03-2020

Die von der Bundesregierung angekündigten Corona-Hilfskredite können ab Montag, dem 23.03.2020 nun endlich beantragt werden.

Voraussetzung ist aber in jedem Falle, dass die Unternehmen bis zum 31.12.2019 nicht in finanziellen Schwierigkeiten waren.

KFW Programme

Die KfW erweitert und verbessert dafür die Kreditprogramme „KfW-Unternehmerkredit“ (für Be-standsunternehmen) und „ERP-Gründerkredit-Universell“ (für junge Unternehmen unter 5 Jah-ren). Die Programme stehen Unternehmen bis zu einem Gruppenjahresumsatz von EUR 2 Mrd. zur Verfügung. Der Kredithöchstbetrag je Unternehmensgruppe beträgt EUR 200 Mio. für Investi-tionen und Betriebsmittel, die Risikoübernahme beträgt bis zu 80%, wenn das Unternehmen seit mindestens drei Jahren am Markt ist. Derzeit ist zudem die Einrichtung eines Fonds im Gespräch, der das Ausfallrisiko der Hausbanken vollständig abdecken soll.

Betriebsmittelfinanzierungen sollen mit einer Laufzeit bis zu 5 Jahre mit einem tilgungsfrei-en Anlaufjahr und als endfällige Variante mit 2 Jahren Laufzeit angeboten werden.

Die Antragstellung erfolgt über die Hausbank. Nach den uns vorliegenden Informationen sollen die ersten Auszahlungen bereits in zwei bis drei Wochen erfolgen können, abhängig vom Zeit-punkt der Weiterleitung des Antrags durch die Hausbank. Wir rechnen allerdings damit, dass es zu einer erheblichen Häufung von Anträgen kommen wird. Ob tatsächlich bereits in zwei bis drei Wo-chen Auszahlungen erfolgen können und wie die sich abzeichnende Antragsflut bewältigt werden kann, bleibt daher abzuwarten.

Die Zinssätze für die Kredite werden durch die Hausbank festgelegt. Nach unseren Informationen werden sie – je nach Bonität des Kreditnehmers – voraussichtlich zwischen knapp über 1,0% und unter 7,5% liegen.

Bei Darlehen bis EUR 3 Mio. übernimmt nach derzeitigem Informationsstand die KfW die Bonitäts-einschätzung der Hausbank und prüft die Kreditwürdigkeit nicht noch selbst. Zu-dem übernimmt sie bei Krediten für laufende Betriebskosten bis zu 80 Prozent des Kreditrisikos der Hausbank. Die strengen aufsichtsrechtlichen Auflagen, denen die Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe unter-liegen und die die Vergabe von Überbrückungsfinanzierungen bisher oft schwierig gestaltet habe, sollen die Corona-Kreditvergabe möglichst nicht behindern.

Die KfW erweitert zudem ihr Finanzierungsangebot im KfW-Kredit für Wachstum. Im Rahmen die-ses Programms werden künftig für die Finanzierung von Vorhaben bis zu 70% des Risikos über-nommen (bisher: 50%). Antragsberechtigt sind Unternehmen mit einem Gruppenjahresumsatz von bis zu EUR 5 Mrd. (bisher: EUR 2 Mrd.). Konnten bisher nur Vorhaben im Bereich Innovation und Digitalisierung gefördert werden, entfällt diese Beschränkung künftig. Der Kredithöchstbetrag für Investitionen und Betriebsmittel beträgt EUR 1 Mrd. Für Unternehmen mit mehr als EUR 5 Mrd. Umsatz erfolgt weiterhin eine Prüfung des Einzelfalls.

Darüber hinaus wird die KfW ein erweitertes Sonderprogramm 2020 anbieten. Dieses kann auch von Unternehmen in Anspruch genommen werden, die bedingt durch die Corona-Krise vorüber-gehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Der Start dieses Programms bedarf noch einer Genehmigung durch die Europäische Kommission, die im Laufe dieser Woche erwartet wird.

Die Bürgschaftsbanken der Länder

Auch die Bürgschaftsbanken der Länder stehen bereit. Der Bürgschaftshöchstbetrag wurde auf EUR 2,5 Mio. verdoppelt. Der Risikoanteil des Bundes bei den Bürgschaftsbanken wurde um 10% erhöht, die Obergrenze von Betriebsmitteln am Gesamtobligo der Bürgschaftsbanken wurde von 35% auf 50% erhöht. Die Bürgschaftsbanken können bis zu einem Betrag von EUR 250.000 ei-genständig und innerhalb von 3 Tagen Entscheidungen treffen.

Die Antrags- und Bewilligungsvoraussetzungen wurden vielfach gelockert. Nach Auskunft der Bürgschaftsbanken ist für eine schnelle Beurteilung der Finanzierungsanfragen jedoch in jedem Falle die Vorlage eines plausiblen Liquiditätsplans erforderlich, aus welchem der erforderliche Ka-pitalbedarf hervorgeht. Eine kostenlose Vorabanfrage für ein Finanzierungsvorhaben können Un-ternehmen über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken (https://finanzierungsportal.ermoeglicher.de) stellen. Eine Rückmeldung soll innerhalb von 48 Stunden erfolgen. Der formelle Antrag bei der Bürgschaftsbank muss jedoch über die Hausbank erfolgen.

Das Großbürgschaftsprogramm

Das Großbürgschaftsprogramm (parallele Bund-Länder-Bürgschaften) für Bürgschaftsbeträge ab 20 Mio. EUR wurde bis vorerst 31.12.2020 auch für Unternehmen außerhalb strukturschwacher Regionen geöffnet. Der Bund ermöglicht die Absicherung von Betriebsmittelfinanzierungen und Investitionen ab einem Bürgschaftsbedarf von EUR 50 Mio. mit einer Bürgschaftsquote von bis zu 80% und unter der Voraussetzung einer 50:50-Risikoteilung zwischen Land und Bund.

Programme der Landesförderbanken und der Länder

Bitte beachten Sie, dass auch die Landesförderbanken Notfallprogramme aufgelegt haben, die Sie gegebenenfalls in Anspruch nehmen können. Im Rahmen der Hilfsprogramme der Länder können zudem weitere Soforthilfen in Betracht kommen.

Maßnahmen auf EU-Ebene

Die EU Kommission hat am 19. März 2020 einen vorübergehenden Rechtsrahmen verabschiedet, mit dem Unternehmen der EU-Mitgliedsstaaten befristet Beihilfen erhalten können. Deutsch-land wird von den neuen Möglichkeiten aller Voraussicht nach umfangreich Gebrauch machen. Konkrete Pläne sind bisher jedoch nicht bekannt.

Weitere Informationen; weiterführende Links

Weitere Informationen erhalten Sie über Ihre Hausbank. Weiterführende Links:

Wichtiger Hinweis: Wir sind bestrebt, Ihnen in diesen Zeiten wichtige Informationen so schnell wie möglich zukommen zu lassen. Selbstverständlich achten wir dabei auf die Seriosität unserer Informationsquellen. In der Kürze der Zeit können wir die Informationen jedoch nicht in allen Fällen bei der KfW, den Bürgschaftsbanken oder anderen in Frage kommenden Stellen umfassend überprüfen, zumal sich die Informationslage oft schnell ändert. Wir sind jedoch der Meinung, dass wir in der gegenwärtigen Ausnahmesituation der Schnelligkeit der Informationsübermittlung Priorität vor einer finalen und umfassenden Überprüfung aller Informationen einräumen müssen. Bitte haben Sie daher Verständnis dafür, dass wir für die vorstehenden Informationen keine Gewähr übernehmen können.