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Flächenwidmung und Bebauungsbestimmung in Österreich

  • Austria

    01-12-2010

      
    9 Bundesländer – 9 Raumordnungen - 9 Bauordnungen

    Sie haben gerade ein schönes Grundstück angeboten bekommen und wollen verlässlich Auskunft erhalten, was Sie eigentlich auf der Liegenschaft bauen können.

    In Österreich sind für die Regelung der Besiedlung („Raumordnung“) und für die Vorschriften zur Bebauung („Bauordnung“) die jeweiligen Länder zuständig.
    Rechtsverbindliche Auskünfte über die Widmung, also die Zuordnung von Bauland-/ Nichtbauland (Grünland, Sondergebiete etc.) und die Bebauungsmöglichkeiten (Fluchtlinien, Bauklassen, Verbauungsgrad etc.) auf ihrem Grundstück erhalten Sie in allen Fällen bei der zuständigen Gemeinde (Bauamt oder zuständiges Magistrat).

    Beispielhaft wird der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan der Gemeinde Wien herangezogen:

    In Wien werden die Flächenwidmung- und Bebauungspläne in Stadtgebietsteile zusammengefasst und mit einer Kennzahl versehen, die sogenannte Nummer des Plandokumentes.

    Die Erlassung der Flächenwidmungs- und Bebauungspläne erfolgt durch Gemeinderatsbeschluss und tritt mit Veröffentlichung im Amtsblatt der Stadt Wien in Kraft.

    Bei Änderung eines Plandokumentes hat der betroffene Grundeigentümer die Möglichkeit während der öffentlichen Auflage innerhalb von 6 Wochen eine Stellungnahme abzugeben.

    Die jeweils aktuellen Plandokumente (Plan im Maßstab 1:2000 und Antragstext) können bei der Planungsauskunft der MA21 Wien 1., Rathausstrasse 14-16 eingesehen und in analoger Form gekauft werden.

    Wesentliche Inhalte der Flächenwidmungs- und Bebauungspläne sind:

    • Fluchtlinien (wo kann oder muss ich anbauen)
    • Bauklassen (wie hoch darf ich bauen)
    • Bauweisen (darf ich kuppeln, offen bauen, anbauen etc.)
    • Höhenlagen und Querschnitt von Verkehrsflächen (was kostet mich die Herstellung der Höhenlage?)

    Um genaue Auskünfte über die Lage der Baulinien und Fluchtlinien eines Grundstückes zu erhalten kann der Grundeigentümer um Bekanntgabe der Bebauungsbestimmungen bei der MA64 ansuchen. Sinnvollerweise wird für diese Antragstellung sowie die Prüfung aller Fragen der Baureifmachung ein Ingenieurkonsulenten/in für Vermessungswesen konsultiert, die auch Auskunft darüber geben können, ob noch Teile eines baureif zu machenden Grundstückes an das öffentliche Gut abzutreten oder ob allenfalls Flächen vom öffentlichen Gut oder eines Nachbarn einzubeziehen und somit von der Gemeinde oder Nachbarn zu erwerben sind und ob der Anschluss an das öffentliche Gut gegeben ist.

    Sind alle diese Dinge erhoben, ist gegebenenfalls ein sogenannter Teilungsplan durch den/die Ingenieurkonsulenten/in für Vermessungswesen zu erstellen, der die Grundstücksabtretungen oder Einbeziehungen planlich darstellt und auf dessen Basis sodann einerseits ein Bescheid der MA 64 (bzw. des Bauamtes der Gemeinde) ergeht, mit dem die einzelnen zu setzenden Maßnahmen zur Durchführung der Teilung vorgeschrieben und die Bauplätze festgelegt werden und andererseits ein Bescheid des Vermessungsamtes, mit dem sodann gemeinsam mit dem Teilungsplan und dem Bescheid der MA 64 sowie allenfalls zu errichtender Verträge mit der Gemeinde oder Nachbarn über Grundabtretungen, die Eintragung der Teilung im Grundbuch beantragt werden kann. Bei der Durchführung dieser Teilung im Grundbuch unterstützen sowohl Rechtsanwälte als auch Notare. Ist das alles erledigt, kann um eine Baubewilligung angesucht werden.

    Kontakt für weitere Informationen

    Dipl.-Ing. Johanna Fuchs-Stolitzka
    Ingenieurkonsulentin für Vermessungswesen
    Gerichtlich beeidete und zertifizierte Sachverständige

    Mag. Alexander Stolitzka
    Managing Partner
    a.stolitzka@eversheds.at

    Disclaimer

    This information is for guidance purposes only and should not be regarded as a substitute for taking legal advice. Please refer to the full terms and conditions on our website.

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