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„Was darf der Chef?“: Privates beim Einstellungsgespräch erfragen?

  • Austria

    18-02-2015

    1. Privates beim Einstellungsgespräch erfragen?
     
    „Haben Sie einen Kinderwunsch?“, bekommen Frauen zwischen 18 und Anfang 40 beim Einstellungsgespräch nicht selten zu hören. Manchmal geht’s auch subtiler: „Sind Sie in einer fixen Beziehung?“ – Hier gilt: Angelegenheiten, die die Intimsphäre des Arbeitnehmers betreffen, dürfen gar nicht gefragt werden. Als Bewerber muss man darauf nicht antworten, noch wichtiger, man darf sogar zur Notlüge greifen, etwa: „Nein, ich plane kein Kind.“ Wird die Bewerberin engagiert und dann doch schwanger, dürfen ihr aufgrund des Gleichbehandlungsgesetzes keine Sanktionen, wie z. B. eine Entlassung, drohen.
     
    WICHTIG: Aufgrund des Gleichbehandlungsgesetzes können Arbeitgeber, die dennoch solche Fragen stellen, schadenersatzpflichtig werden. Die Höhe des Anspruchs ist abhängig davon, ob der Bewerber oder die Bewerberin die Stelle bei diskriminierungsfreier Auswahl erhalten hätte, also die bestqualifizierte Person war. Oder ob der Schaden (nur) darin besteht, dass die Berücksichtigung der Bewerbung verweigert wurde.
     
    Dazu ein Fall aus der Praxis: Eine Jobbewerberin wurde mehrmals schon am Telefon für einen Ganztagsjob abgelehnt, weil sie wahrheitsgemäß geantwortet hatte, ein kleines Kind zu haben (obwohl dieses einen Ganztagsbetreuungsplatz hatte). Hätte sie bei diskriminierungsfreier Auswahl den Job erhalten, stünde ihr ein Schadenersatz in Höhe von mindestens zwei Monatsentgelten zu, ansonsten beträgt er bis zu 500 Euro.
     
    Nähere Infos finden sich auf www.gleichbehandlungsanwaltschaft.at. Ebenfalls unzulässig ist es übrigens, dem Bewerber gesundheitsbezogene Fragen zu stellen, etwa: „Waren Sie schon einmal schwerwiegend erkrankt?“
     
    „Es besteht keine generelle Offenbarungspflicht über den Gesundheitszustand, nur über die berufliche Eignung“, präzisiert Rechtsanwältin Teresa Bogensberger, Partnerin bei Eversheds. Arbeitssuchende müssen sich daher prinzipiell auch keiner ärztlichen Untersuchung unterziehen, außer wenn es sich aus der Tätigkeit ergibt (etwa einer Eignungsuntersuchung bei Gefahr von Berufskrankheiten) oder wenn es gesetzlich festgelegt ist (z. B. im Gesundheitsbereich).

    Susanne Kowatsch, Der Gewinn

    Kontakt für weitere Informationen

    Dr. Teresa Bogensberger
    Partner
    t.bogensberger@eversheds.at

     

    Disclaimer

    This information is for guidance purposes only and should not be regarded as a substitute for taking legal advice. Please refer to the full terms and conditions on our website.

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