Global menu

Our global pages

Close

So funktioniert das neue Corona - Kurzarbeitsmodell

  • Austria

    20-03-2020

    Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hat die Bundesregierung ein neues Kurzarbeitsmodell erarbeitet, das die Unternehmen unterstützen soll, Personalkosten kurzfristig für eine befristete Zeit zu reduzieren.

    Die neue Bundesrichtlinie zur Kurzarbeitsbeihilfe (KUA-COVID-19) bringt Verbesserungen und Klarstellungen für Arbeitgeber.

    Die wichtigsten Punkte im Überblick:

    • Der Antrag auf Kurzarbeit kann rückwirkend ab 1.3.2020 gestellt werden.
    • Corona-Kurzarbeit kann für maximal 3 Monate beantragt werden, bei Bedarf kann eine Verlängerung um weitere 3 Monate beantragt werden. Auch eine Änderung bzw. Verkürzung der Kurzarbeit ist zulässig.
    • Eine Genehmigung der Kurzarbeit unter 10 % ist unzulässig. Die verkürzte Arbeitszeit muss während des gesamten Kurzarbeitszeitraum (z.B. 3 Monate) im Durchschnitt mindestens 10 % der vorherigen Arbeitszeit betragen, allerdings kann in einzelnen Wochen die Arbeitszeit auf 0 reduziert werden.

      Achtung: Kurzarbeit kann für einen bestimmten Betrieb oder eine Betriebsabteilung vereinbart werden, sofern diese organisatorisch eigenständig sind (nur bei Anwendbarkeit eines eigenständigen Kollektivvertrags oder eines anderen Betriebsstandortes). Es können allerdings einzelne Arbeitnehmergruppen ausgenommen werden (z.B. Altersteilzeit, Teilzeit unter 40%). Nicht anwendbar ist Kurzarbeit auf geringfügig Beschäftigte.
    • Urlaub- und Zeitguthaben sind vor Inanspruchnahme der Kurzarbeit „tunlichst“ abzubauen. Zu beachten ist, Urlaub kann nicht einseitig durch den Arbeitgeber angeordnet werden. Der Arbeitgeber muss sich – nach der nunmehr erlassenen Richtlinie zur Kurzarbeit – ernstlich um den Verbrauch von Zeitguthaben und Urlaub bemühen (allerdings keinen bestimmten Erfolg nachweisen).
    • Überstunden können auch in der Kurzarbeit zugelassen werden.

      Achtung: Geleistete Überstunden verringern die Kurzarbeitsbeihilfe.
    • Kündigungen sind während der Kurzarbeit nicht zulässig. Nach Beendigung der Kurzarbeit beträgt die Behaltepflicht des Arbeitnehmers mindestens ein Monat. Kündigung dürfen daher erst nach Ablauf dieser Behaltefrist ausgesprochen werden.
    • Für die entfallene Normalarbeitszeit gebührt dem Arbeitnehmer eine Kurzarbeitsunterstützung, die dem Arbeitgeber durch die vom AMS geförderte Kurzarbeitsbeihilfe ersetzt wird (gedeckelt mit der ASVG-Höchstbeitragsgrundlage von EUR 5.370). Das AMS übernimmt mit der Kurzarbeitsbeihilfe auch sämtliche Lohnnebenkosten ab dem 1. Tag. Arbeitgeber müssen daher „nur“ die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden zur Auszahlung bringen.
    • Sozialversicherungsbeiträge sind aufgrund der – vor der Corona-Kurzarbeit bestehenden - bisherigen Beitragsgrundlage der letzten 4 Wochen abzuführen.
    • Überstunden, Überstundenpauschalen und Arbeitsverträge mit einer Arbeitsverpflichtung von mehr als 40 Stunden/Woche sind bei der Berechnung der Nettoersatzrate, also des Netto-Kurzarbeitsbezuges des Arbeitnehmers von 80 %, 85 % oder 90 % nicht zu berücksichtigen.

      Achtung: Abweichendes gilt nur für All-in-Verträge, da etwaige durch das All-In Gehalt dadurch abgegoltene Überstunden nicht gesondert ausgewiesen werden und daher auch nicht von der Bezahlung der Normalarbeitszeit von 40 Stunden/Woche getrennt werden können.

     

    Mag. Silva Palzer
    silva.palzer@eversheds-sutherland.at

    Mag. Tülay Cakir
    tuelay.cakir@eversheds-sutherland.at

    Karin Köller, LL.M.
    karin.koeller@eversheds-sutherland.at

    This information is for guidance purposes only and should not be regarded as a substitute for taking legal advice. Please refer to the full terms and conditions on our website.

    < Go back