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Gutschein statt Ticket-Rückerstattungen bei COVID-19-Absagen

  • Austria

    08-05-2020

    Die österreichischen Kunst-, Kultur- und Sportszene wurde – wie viele andere Wirtschaftsbereiche – von der COVID-19-Pandemie hart getroffen. Zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt, Museen und Theater geschlossen. Zur Abmilderung dieser Auswirkungen hat der österreichische Nationalrat das Kunst-, Kultur- und Sportsicherungsgesetz („KuKuSpoSiG“) beschlossen, das mit 6. Mai in Kraft trat. Nach diesem Gesetz können Ticketpreise von abgesagten Veranstaltungen unter Umständen in Gutscheinen ausbezahlt werden, anstatt Kunden den vollen Ticketpreis rückzuerstatten.

    Für wen gilt die neue Regelung?

    Die neue Regelung gilt für die Rückerstattung von Eintritts- und Teilnahmepreisen zu Kunst-, Kultur- oder Sportereignissen, die nach dem 13.03.2020 wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt wurden, sowie zu Kunst- und Kultureinrichtungen, die wegen COVID-19 ab dem 13.03.2020 geschlossen waren.

    Tickets zu anderen Dienstleistungen (Flugtickets, Hotelbuchungen, Fitnessstudio-Mitgliedschaften, etc.) sind von diesem Gesetz nicht umfasst. In diesen Bereichen ist daher mangels anderer anwendbarer vertraglicher oder gesetzlicher Vorschriften der gesamte Ticketpreis rückzuerstatten. Leider bestehen hinsichtlich der Anwendbarkeit wiederum Grauzonen – gerne beraten wir Sie, ob Ihre Tickets von dieser neuen gesetzlichen Regelung betroffen sind.

    Die neue Regelung gilt auch für Tickets, die über Vermittler und Vermittlungsplattformen verkauft wurden. Diesfalls können die Gutscheine an den Vermittler bzw. die Vermittlungsplattform übergeben werden, der/die die Gutscheine dann an die Kunden weiterzuleiten hat.

    Wieviel darf in Gutscheinen ausbezahlt werden?

    Es gilt die folgende Regelung:

    Bei Ticketpreisen bis 70 €: Der gesamte Ticketpreis kann in Gutscheinen rückerstattet werden.

    Bei Ticketpreisen zwischen 71 € und 250 €: Bis zu 70 € können als Gutschein rückerstattet werden, der darüberhinausgehende Ticketpreis ist auszubezahlen.

    Bei Ticketpreisen ab 251 €: 180 € sind auszubezahlen, der Rest kann als Gutschein rückerstattet werden.

    Ist der Kunde Verbraucher, kann diese Regelung nicht zu seinem Nachteil abbedungen werden. Der Verbraucher kann jedoch freiwillig zustimmen, dass ein höherer Betrag in Gutscheinen ausbezahlt wird als gesetzlich vorgeschrieben.

    War das abgesagte Ereignis Gegenstand eines Abonnements (z.B. Opernabonnement, Abokarte im Fußballstadion), so kann der Kunde anstelle eines Gutscheins auch verlangen, dass das zurückzuzahlende Entgelt auf die Zahlung für ein folgendes Abonnement angerechnet wird.

     

    Für wen und wie lange muss ein Gutschein gelten?

    Die ausgestellten Gutscheine müssen übertragbar sein. Zudem dürfen sie nicht an bestimmte Veranstaltungen gebunden sein, sondern müssen auch für andere Veranstaltungen oder Ereignisse des Veranstalters eingelöst werden können. Für die Ausstellung des Gutscheins darf der Veranstalter keine Kosten oder Bearbeitungsgebühren verlangen.

    Hat der Inhaber des Gutscheins den Gutschein nicht bis zum 31. Dezember 2022 eingelöst, so kann er vom Veranstalter verlangen, dass der Wert des Gutscheins ausbezahlt wird.

     

    Sie oder Ihr Unternehmen sind von den Maßnahmen betroffen? Sie sind unsicher, ob diese Regelungen auf Ihr Unternehmen anwendbar sind? Sie haben Tickets zu abgesagten Veranstaltungen und der Veranstalter weigert sich, Ihnen zustehende Beträge in bar auszubezahlen?  Gerne unterstützen wir Sie!

     

    Mag. Michael Röhsner
    Senior Associate
    michael.roehsner@eversheds-sutherland.at

     

     

    This information is for guidance purposes only and should not be regarded as a substitute for taking legal advice. Please refer to the full terms and conditions on our website.

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