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Wie man als Konsument Fake-Shops im Internet erkennt

  • Austria

    26-02-2021

    In Zeiten des Lockdowns sind besonders viele Betrüger online unterwegs, die gutgläubige Kunden mit angeblichen Schnäppchen locken.

    Wochenlang geschlossene Geschäfte strapazieren die Geduld vieler Konsumenten, und die Einkaufsliste ist oft schon lang. Die neuen Frühlingsschuhe oder die Schreibtischlampe werden dann doch online bestellt. Manchmal will man auch nicht auf großen Plattformen kaufen und hofft, ein besonderes Schnäppchen in unbekannten Onlineshops zu ergattern. Doch aufgepasst! Findige Betrüger nutzen dies aus.

    Nichts ist heute leichter, als eine Domain zu registrieren und einen Hosting-Provider zu finden – und schon kann man einen einfachen Webshop gestalten. Ein Glück für jeden kleinen Unternehmer, der sich nicht an einen großen Webshop anhängen will. Doch sind auch Betrüger unterwegs, die gemütlich aus dem eigenen Homeoffice sogenannte Fake-Shops aufziehen und für nie erfüllte Bestellungen Zahlungen entgegennehmen.

    Oft täuschen sie den Verkauf von Markenartikeln vor, die besonders günstig zu haben sind. Manchmal wird dies als Restposten oder Abverkauf aus einer Konkursmasse dargestellt, um jeglichen Verdacht zu zerstreuen. Am Ende steht der Konsument ohne Geld und ohne Ware da, während der Hersteller auch nicht helfen kann. Achten Sie daher darauf, wo Sie einkaufen, wenn Sie ein besonderes Schnäppchen entdecken.


    Einfache Warnsignale

    Kennen Sie den Webshop bereits oder das Geschäft dahinter, dann können Sie beruhigt sein und dem Unternehmen vertrauen. Ansonsten gibt es ein paar einfache Warnsignale, auf die Sie achten sollten und an denen die meisten Betrüger scheitern:

    Die Sprache: Ist der Webshop deutschsprachig, die Sätze passen jedoch nicht so richtig? Wurden auch Begriffe wie Cookies als Kekse übersetzt? Wahrscheinlich hat der Betreiber ein Schema, nach dem er den Webshop gestaltet, und treibt sein Unwesen nicht bloß auf dem deutschsprachigen Markt, sondern auch in Lateinamerika, Spanien, Italien, Frankreich et cetera. Die Texte dazu werden direkt mit dem bekanntesten Übersetzungstool oder einem noch weniger ausgefeilten Konkurrenzprodukt ins Deutsche übertragen.

    Die allermeisten seriösen Unternehmen aus einem anderen Sprachraum nehmen nicht nur für Website-Gestaltung, sondern auch für Übersetzungen Geld in die Hand, oder verzichten zur Gänze auf ein fremdsprachiges Angebot. Wer hingegen keinen Aufwand betreiben will, verkauft über eine der bekannten Plattformen. Wenn die Übersetzung grobe Schnitzer hat, steckt nur selten ein seriöses Unternehmen dahinter.


    Fremde Marken als Teil der Domain

    Die Marke: Fremde Marken als Teil der Domain sind beliebt bei dieser Art von Onlinebetrügern, denn irgendwann versiegt die Kreativität – und man fällt auf das zurück, was man zu verkaufen vortäuscht. Wenige seriöse Unternehmen jedoch eröffnen neben der primären Website noch weitere Webshops unter anderen Domains. Viel üblicher ist es, die zahlreichen Domains eines Unternehmens nur zur Weiterleitung zur hauptsächlichen Website einzustellen, wo der Webshop nur eine Subseite ist. Das lässt sich auch schnell überprüfen, wenn das Unternehmen eine Wikipedia-Seite hat und auch in Suchmaschinen leicht gefunden werden kann.

    Das Impressum: Jeder innerhalb von Europa betriebene Webshop benötigt ein Impressum mit grundlegenden Informationen über das Unternehmen (Firma, Adresse, Firmenbuchnummer et cetera). Seriöse Unternehmen erfüllen hier die Standards und geben bekannt, mit wem man es als Kunde zu tun hat. Die Mühe, falsche Daten anzugeben, machen sich Onlinebetrüger meistens nicht oder sind leicht durchschaubar (österreichische Postleitzahlen mit fünf Stellen, falsch geschriebene deutsche Städte et cetera). Stattdessen finden Sie oft ein einfaches Kontaktformular, das wohl in die virtuelle Rundablage führt, ohne Angabe des Webshop-Betreibers.


    Übersetzungsfehler und fehlende Angaben

    Die AGBs: Kein Webshop verkauft ohne AGBs, also benötigen Betrüger ebenfalls ihre Geschäftsbedingungen, um die Illusion zu wahren. Hier zeigen nicht nur Übersetzungsfehler an, dass etwas nicht stimmt, sondern auch fehlende Lieferbedingungen, Beschreibung von Zahlungsarten, die aber nicht zur Verfügung stehen, und das Fehlen von Datenschutzbestimmungen. Ein seriöses Unternehmen hat Interesse daran, die Regeln für Bestellungen wasserdicht zu kommunizieren. Es steht unter Beobachtung der Konkurrenz sowie der Konsumentenschützer, will Kunden gewinnen und auch halten sowie Rechtsstreitigkeiten oder auch nur frustrierte Käufer so weit wie möglich vermeiden. Für einen Onlinebetrüger ist das hingegen alles irrelevant, er muss nur vortäuschen, AGBs zu haben, denn in ein paar Monaten liegt der Webshop brach und ein neuer wurde eröffnet. Was zurückbleibt, sind enttäuschte Kunden.

    So einfach es klingt, diese Punkte richtig hinzubekommen, Onlinebetrüger wollen in diesem Sektor keinerlei Aufwand treiben. Sie zielen auf unaufmerksame Menschen im Internet ab, denen sie mit geringem Einsatz Geld abluchsen können. Um also einem großen Teil der Onlinebetrüger auszuweichen, ist nur ein kleines Maß an Aufmerksamkeit notwendig.

    Medium: derStandard.at
    Autor: Manuel Boka

    Online Clipping

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