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Studie der Anwaltskanzlei Eversheds zeigt Strategiewechsel bei Devestitionen

Studie der Anwaltskanzlei Eversheds zeigt Strategiewechsel bei Devestitionen

  • Switzerland

    20-05-2015

    • 40% der Firmen konzentrieren sich gleichermassen auf Devestitions- wie auch auf Übernahmetätigkeiten
    • Mehr als die Hälfte der Firmen stellen nicht den Preis, sondern die Sicherheit des Abschlusses einer Transaktion in den Vordergrund
    • Studie zeigt einen Strategiewechsel von „Management nach Abschluss“ zu „Steuerung vor Abschluss“ einer Devestition

    Einer internationalen Studie der Anwaltskanzlei Eversheds zufolge rücken Devestitionen zunehmend in den Mittelpunkt strategischer M&A-Vorhaben. Unternehmungen streben an, ihre Abläufe zu straffen und ihre Kapitalressourcen auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Durch die Internationalisierung und ein sich stetig änderndes wirtschaftliches und regulatorisches Umfeld werden Transaktionen risikoreicher und komplexer, was Devestitionsprojekte verzögert. Ein Grossteil der Unternehmungen benötigt durchschnittlich drei bis sechs Monate für eine routinemässige Transaktion, wobei sich diese Zeitspanne bei grösseren Deals auf ein bis zwei Jahre erhöhen kann.

    Die 2013 veröffentlichte Eversheds Studie „M&A Blueprint“ zum Thema Integration gelangte zum Schluss, dass Akquisitions- und Integrationsverfahren besser aufeinander abgestimmt werden müssen. Die neue Studie „Streamlining for Success“ basiert auf Angaben von 150 erfahrenen Rechtsanwälten und Führungskräften aus 34 Ländern. Die neue Untersuchung belegt eine veränderte Handhabung von Devestitionen insbesondere durch erfahrene M&A-Verantwortliche. Es wird erheblich mehr Zeit im Frühstadium einer Transaktion aufgewendet gemäss der Maxime „Steuerung vor dem Abschluss“, statt „Management nach dem Abschluss“. Die Vorbereitung und Planung einer Devestitionstransaktion beginnt früher, es werden detaillierte Separierungspläne erstellt und es wird in der Regel eine detaillierte Due-Diligence-Prüfung durchgeführt. Eversheds unterstützt diesen Ansatz mit dem neu entwickelten, IT basierten Tool „Dealmaster“, mit welchem die Planung und Abwicklung von Transaktionen anhand standardisierter Erfahrungswerte in den verschiedenen Jurisdiktionen unterstützt und vereinfacht wird.

    Mehr als die Hälfte der befragten Personen gab an, der Preis sei bei einer Devestition nicht der Hauptgesichtspunkt, sondern die Sicherheit des Abschlusses habe oftmals Vorrang. Demzufolge konzentrieren sich Anbieter vermehrt auf die Qualität der vom Käufer bisher abgeschlossenen Transaktionen sowie seine Verlässlichkeit im Hinblick auf Geschäftsabschlüsse und Geschäftsführung. Auch die Wahrscheinlichkeit von Verzögerungen, bspw. durch wettbewerbsrechtliche Fragen und andere aufsichtsrechtliche Probleme sowie das Wohlergehen der Mitarbeitenden spielen eine zentrale Rolle.

    Die Studie zeigt auf, dass Uneinigkeit besteht, wie Devestitionen am erfolgreichsten zu handhaben sind. Mehr als zwei Drittel der Unternehmensjuristen erlebten bei der Planung Differenzen mit ihren Geschäftspartnern. Ungenügende Aufmerksamkeit und Sensibilisierung seitens der Geschäftsleitung wird beklagt, da Devestitionen tendenziell komplizierter seien als Übernahmen.

    Die Studie belegt, wie wichtig es ist, dass alle Beteiligten ein genaues Verständnis darüber haben, was genau ausgegliedert und verkauft werden soll. Der Trend hält an, Geschäftseinheiten in Service-Zentren auszugliedern, anstatt separate Betriebe und Systeme beizubehalten. Die Befragten sahen eine Schwierigkeit darin, die auszugliedernden Vermögenswerte genau zu identifizieren und zu bewerten und die Kosten angemessen zu allozieren. Die Separierung und Übertragung von IT-Ressourcen, zentralisierte Finanzen und die Überschneidung von Mitarbeiter- und Managementfunktionen führen häufig zu Problemen. Mangelnde Zusammenarbeit zwischen juristischen und kaufmännischen Bereichen sowie IT-Verantwortlichen verzögern die Transaktion.

    Bei grenzüberschreitenden Devestitionen wird für die Mehrheit der Unternehmen das regulatorische Umfeld als erhebliches Hindernis wahrgenommen. Europa, China und Lateinamerika wurden als die anspruchsvollsten oder intransparentesten Regionen hinsichtlich aufsichtsrechtlicher Anforderungen wahrgenommen. Vorausschauende, frühzeitige Planung sei insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen von essenzieller Bedeutung.

    Marc Nufer, Partner der Anwaltskanzlei Eversheds:

    „Aufgrund der zentralisierten Organisation vieler Unternehmungen wird die Separierung von Vermögenswerten komplizierter. Die Verantwortlichen sollten die Komplexität und die Dauer solcher Transaktionen nicht unterschätzen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Anwälten und dem Team, das die kaufmännische Seite der Transaktion umsetzt, ist von zentraler Bedeutung. Dies belegt die Studie deutlich. Unternehmungen sollten ihre gegenwärtigen Prozesse von Devestitionsprojekten prüfen, um sicherzustellen, dass die Ziele solcher Transaktionen erreicht werden und dass in der Umsetzung die Kosten im Griff sind. Mit einer systematischen und vorausschauenden Planung können spätere Probleme vermieden werden.“

    Insgesamt waren die Teilnehmer der Eversheds-Studie in den letzten fünf Jahren an mehr als 2.400 M&A-Transaktionen in 60 Ländern beteiligt; fast 40 Prozent davon waren Devestitionen. Es kristallisieren sich sechs Schlüsselerkenntnisse heraus, die zur Steigerung des Transaktionswerts und der Abschlusssicherheit beitragen können:

    1. Einen kooperativen Ansatz in der Kommunikation mit dem Käufer suchen.
    2. Regelmässiger Kontakt mit der Geschäftsleitung des Targets vor Ort zur Aufrechterhaltung der Kohäsion.
    3. Klare Trennungspläne erarbeiten, die dem Käufer mitgeteilt werden.
    4. Sensibilisierung und Identifikation möglicher Interessenkonflikte.
    5. In den Verträgen eine gewisse Flexibilität vorsehen.
    6. Verzögerungen einplanen.

    Marc Nufer abschliessend:

    „Der Bericht macht deutlich, dass eine typische Devestition nicht mit dem Abschluss des Vertrags endet. In vielen Fällen kann sich die Trennung aufgrund von Übergangsproblemen über Jahre hinziehen, nachdem die eigentliche Transaktion abgeschlossen wurde. Der Bericht M&A Blueprint von Eversheds zeigt, dass die Integrationsteams für den Käufer von wesentlicher Bedeutung sind. Die Studie Streamlining for Success beleuchtet die Rolle der Devestitionsteams aus Sicht des Veräusserers.“

    Disclaimer

    This information is for guidance purposes only and should not be regarded as a substitute for taking legal advice. Please refer to the full terms and conditions on our website.

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